Logo facebook Logo Twitter Logo YouTube Logo RSS Logo YouTube Logo Instagram Logo Stage
Startseite / Lernen & Forschen / Schulen / Berufliche Schulen / Schulprojekt der Johannes Gutenberg Schule
Kinder beim Spielen (Foto: Dorn)

Schulprojekte
Bunt und vielfältig sind die Projekte der Heidelberger Schulen. Sie gehen weit über das hinaus, was die Bildungspläne vorgeben. 
mehr dazu

Drei Schulkinder sitzen mit Tablets auf dem Boden.

Heidelberger Schulwegweiser 2021
Den Schulwegweiser für weiterführende und berufliche Schulen in Heidelberg gibt es hier als PDF zum Download (1,901 MB) und als Flip-Book zum Durchblättern

Workshops an der Johannes-Gutenberg-Schule

1. Blumen aus fairem Handel

1. Platz beim Wettbewerb der Johannes-Gutenberg-Schule mit Blumen aus Fairem Handel: Melanie Heitsch (Foto: Johannes-Gutenberg-Schule)

Zum Jahresende 2016 wurde in der Klasse für Floristinnen und Floristen ein Workshop zum Thema „Welche Chancen bietet Fair Trade im Floristenfachgeschäft?“ vom Eine-Welt-Forum Mannheim e. V. angeboten. Da mittlerweile viele Kunden beim Einkauf auf die Herkunft von Produkten und deren Sozial- und Umweltstandards achten, verzeichnet der Handel mit Fair-Trade-Produkten jährlich zweistellige Zuwachsraten, insbesondere bei Schnittblumen. Der Verkauf von Fair-Trade-Blumen an den Fachhandel hat im Oktober 2011 mit dem FTF (Fair Trade für Floristen) begonnen. Die Blumen stammen von zertifizierten und kontrollierten Blumenfarmen aus Kenia. Im April 2012 gab es rund 500 registrierte Floristen. Mit der Registrierung erhält das Florist-Geschäft Werbematerial u. a. mit Aufklebern für die Eingangstür, Informationsbroschüren und Plakaten. Fair-Trade-Blumen bieten den Vorteil des direkten Handels und werden nicht über die Blumenbörse vertrieben. Jahrespreise werden zwischen den Blumenfarmen und Importeuren bzw. Händlern ausgehandelt und liegen über den konventionellen Preisen. Importeure zahlen einen zehnprozentigen Aufschlag auf den Ausfuhrpreis, die sogenannte Fair-Trade-Prämie. 

Fair-Trade zahlt sich aus

2. Platz beim Wettbewerb der Johannes-Gutenberg-Schule mit Blumen aus Fairem Handel: Anna-Lena Pohl (Foto: Johannes-Gutenberg-Schule)

Ein Vorteil für die Blumenfachgeschäfte ist die Preisgarantie, Liefergarantie und hohe Frischequalität der Ware durch verkürzte Handelswege. Dem Kunden wird Qualität und somit lange Haltbarkeit der Blumen und Rückverfolgbarkeit über den Fair-Trade-Code gewährleistet. Jede Blume trägt das Fair-Trade-Siegel mit dem entsprechenden Code. Der Kunde kann so zusätzlich Informationen über die sozialen Projekte erhalten, welche mit der Fair-Trade-Prämie finanziert werden. 

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen werden geschaffen

Der Verkauf von Fair-Trade-Blumen bietet allen Beteiligten etwas. Vor allem werden soziale Vorteile für die Arbeiterinnen und Arbeiter wie verbesserte Arbeitsbedingungen, feste Arbeitsverträge, Bezahlung von gesetzlichen Mindestlöhnen und Mitspracherechte geschaffen, Kinderarbeit und Diskriminierung werden unterbunden. Außerdem wird auf ökologische Nachhaltigkeit geachtet. 

Ein Teil der Prämie wird in die Entwicklung umweltschonender Technologien investiert. So werden Klärbecken gebaut, sparsame Bewässerungssysteme installiert, zur Förderung der biologischen Vielfalt große Teile der Farmen naturgerecht bepflanzt. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird auf Umweltverträglichkeit und Schutz des Anwenders geachtet. Auch der Einsatz von Nützlingen wird gefördert. Die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich mit großem Interesse an dem Vortrag und waren besonders interessiert an den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Angestellten auf den Blumenfarmen. Was man aus solchen Blumen zaubern kann, zeigten sie innerhalb eines kleinen Wettbewerbs. 

2. Ersthelferausbildung

„Kür, nicht Pflicht“ könnte man die Aktion zur Ersthelferausbildung an der Johannes-Gutenberg-Schule nennen. Wie alle anderen Behörden oder Betriebe sind auch Schulen verpflichtet, Ersthelfer zu stellen. Im Rahmen der Neuorganisation des Schulsanitätsdienstes entstand die Idee, 1000 plus x Ersthelfer auszubilden. Wie in den letzten Jahren häufig zu beobachten ist, ist in Deutschland die Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen, gering ausgebildet. Häufig liest man von unterlassener Hilfeleistung. In diesem Zusammenhang wurde der Plan, die Ausbildung von 1000 plus x Ersthelfern anzugehen. 

Lehrer und Schüler proben den Notfall

Notfälle kommen an einer Schule mit mehr als 1700 Schülerinnen und Schülern immer wieder vor. Das Schulgebäude und das Schulgelände sind außerordentlich groß und verwinkelt. Daher wurde zunächst das ganze Kollegium so weit wie möglich im Rahmen einer schulinternen Lehrerfortbildung am Schuljahresende zu Ersthelfern ausgebildet. Die zweitägige Veranstaltung schlug so hohe Wellen, dass neben der RNZ auch das SWR4-Radio und die SWR-Landeschau berichteten. Jetzt ist die Johannes-Gutenberg-Schule wahrscheinlich die einzige Schule, die über ein fast vollständiges Ersthelferkollegium verfügt. Die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler begann zeitgleich und wird kontinuierlich mit der Ausbildung besonders der Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen fortgeführt. 

Vorbildlich ausgebildet und ausgestattet

Seit April 2015 ist diese Ausbildung nur noch eintägig, was die Umsetzung der Ziele deutlich erleichtert. Grundsätzlich wird die Ausbildung in Zusammenarbeit mit dem DRK Heidelberg durchgeführt. Allerdings konnte unterstützt durch eine Spende der BBBank Karlsruhe schuleigene Ausrüstung angeschafft werden, um auch in der Zukunft noch mehr Ersthelferinnen und Erstelfer schulintern auszubilden.