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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Flüchtlinge leben in Heidelberg?

Bei den Flüchtlingen gibt es in Heidelberg zwei Personengruppen:

Kommunale Flüchtlinge:

In Heidelberg leben derzeit ca. 500 Flüchtlinge, die der Stadt Heidelberg vom Land Baden-Württemberg im Rahmen ihrer Aufnahmeverpflichtung zugewiesen wurden. Sie werden durch die Stadt untergebracht und versorgt.

Landesregistrierungszentrum:

Im zentralen Registrierungszentrum des Landes in Patrick Henry Village (PHV) sind Flüchtlinge in der Regel für einen kurzen Zeitraum durch das Land Baden-Württemberg untergebracht. Dort können bis zu 600 Flüchtlinge täglich registriert und gesundheitlich untersucht werden. Außerdem stellen sie vor Ort bei einem Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihren Asylantrag. Danach werden die Flüchtlinge auf die Stadt- und Landkreise verteilt. Bei der Belegung gibt es eine hohe Fluktuation, die Zahl der dort untergebrachten Menschen ist daher großen Schwankungen unterworfen. Aktuell leben in PHV rund 1.500 Menschen.


Wo sind die Flüchtlinge, die Heidelberg zur kommunalen Unterbringung zugewiesen wurden, derzeit untergebracht?

Der Großteil lebt in einer der städtischen Unterkünfte in der Henkel-Teroson-Straße, der Hardtstraße, in den Patton Barracks am Kirchheimer Weg oder im ehemaligen Hotel Metropol in der Alten Eppelheimer Straße. Einige Flüchtlinge sind auch in angemieteten Wohnungen untergebracht. Wichtig ist der Stadt Heidelberg, dass die Unterbringung an verschiedenen Standorten im ganzen Stadtgebiet erfolgt und nicht in einer Großunterkunft, wie man sie aus anderen Städten kennt. 


Wird Heidelberg in Zukunft weitere Flüchtlinge aufnehmen müssen?

Momentan ist Heidelberg wegen des zentralen Registrierungszentrums des Landes in Patrick Henry Village (PHV) von einer weiteren Zuweisung von Flüchtlingen zur kommunalen Unterbringung befreit. Die Stadtverwaltung rechnet aber damit, dass diese Befreiung teilweise oder ganz aufgehoben werden könnte und sie dann weitere Flüchtlinge in Heidelberg unterbringen muss. Diese Unterbringung ist keine freiwillige Leistung sondern eine gesetzliche Verpflichtung, der die Stadt Heidelberg nachkommen muss.


Welche Flüchtlinge werden nach Heidelberg kommen?

Das Land Baden-Württemberg weist die Flüchtlinge den Kommunen zu. Die Stadt Heidelberg hat keinen Einfluss darauf, welche Personen nach Heidelberg kommen. Es lässt sich auch im Vorhinein nicht sagen, da die Zuweisung in der Regel sehr kurzfristig erfolgt.


Wo sollen die Flüchtlinge, die Heidelberg aufnehmen muss, untergebracht werden?

Da die Stadt unbedingt vermeiden möchte, dass Flüchtlinge in Sporthallen oder Zeltlagern untergebracht werden müssen, bereitet sie sich schon heute darauf vor, weitere Unterkünfte in allen Stadtteilen zu schaffen. Bei einer Sonderveranstaltung am 7. Dezember 2015 wurden alle Bezirksbeiräte und Stadtteilvereine von den Plänen informiert. Am 10. Dezember 2015 hat der Gemeinderat einem entsprechenden Konzept zugestimmt. Demnach sollen Zug um Zug 14 Standorte in den Stadtteilen entwickelt werden. 


Warum werden die Flüchtlinge nicht in den leerstehenden Kasernen untergebracht?

Das würde zu Ghettos mit 1000 Flüchtlingen und mehr ohne gewachsene Nachbarschaft führen. So eine Ghettobildung möchte die Stadt unbedingt vermeiden. Sie würde auch die Infrastruktur eines Stadtteils überfordern. Deshalb setzt die Stadt Heidelberg auf überschaubare Wohneinheiten, in denen in der Regel circa 50 bis 100 Menschen untergebracht werden. Außerdem werden die Konversionsflächen als Entwicklungsfläche und speziell für Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen in Heidelberg benötigt.


Bringt die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH Heidelberg (GGH) auch Flüchtlinge unter?

Die GGH vermietet der Stadt die Flüchtlingsunterkunft in der Henkel-Teroson-Straße mit 27 Wohnungen an die Stadt Heidelberg. Bis zum Jahresende 2016 erweitert die GGH die Henkel-Teroson-Straße, um bei gleicher Anzahl der untergebrachten Personen die Fläche pro Kopf zu erhöhen. In Abstimmung mit der Stadt werden außerdem ein Neubau in Rohrbach (Kolbenzeil) und eine Sanierung in Ziegelhausen (Kleingemünder Straße) durchgeführt. Darüber hinaus stellt die GGH im Rahmen ihrer Möglichkeiten einzelne Wohnungen aus ihrem Bestand zur Verfügung, um so in Abstimmung mit der Stadt Flüchtlinge dezentral unterzubringen.


Warum will die Stadt Flüchtlinge mitten in den Stadtteilen unterbringen?

Weil dort die Integration am besten gelingen kann. Zudem ist mitten in den Stadtteilen auch ein hohes Maß an sozialer Kontrolle gegeben. Es gibt Anbindungen an Vereine, Kirchengemeinden, Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten. Die Alternative zu einer Unterbringung wären Großlager am Siedlungsrand. So eine Ghettobildung will die Stadt Heidelberg unbedingt vermeiden.


Wo genau liegen die 14 Standorte und wie viele Personen will die Stadt dort jeweils unterbringen?

Der Gemeinderat hat folgende Liste beschlossen:

  • Altstadt: Friedrich-Ebert-Anlage (Parkplatz), ca. 80 Plätze
  • Bahnstadt: Langer Anger 2, 60-100 Plätze
  • Bergheim: Parkplätze RNV (gegenüber der Alten Feuerwache),  60-100 Plätze
  • Neuenheim: Rufinusplatz,  60-100 Plätze
  • Neuenheim: Fläche im Zoogelände, ehem. Reitanlage
  • Neuenheim: Fläche am Zoo, Tiergartenstraße 5 +6 zusammen, ca. 60 Plätze
  • Rohrbach: Kolbenzeil 7 – 9 (ehem. Sprachheilkindergarten), 100-140 Plätze
  • Rohrbach: IGH Container,  50-130 Plätze
  • Schlierbach: geplante Begegnungsstätte Grundstück Flst. Nr. 1218/33, ca. 50 Plätze
  • Weststadt: Wilhelmsplatz, 50-100 Plätze
  • Weststadt: Ehemaliges NATO-Gelände, Rudolf-Diesel-Str. 22, ca. 150 Plätze
  • Wieblingen: Grünfläche Bereich Marie-Baum-Schule, Flst. Nr. 3937, ca. 45 Plätze
  • Ziegelhausen: Kleingemünder Straße 19 und 19/2, 50-60 Plätze
  • Handschuhsheim: Im Weiher, Flst. Nr. 16196, ca. 100 Plätze

Auch wenn Standorte mehr Plätze ermöglichen, möchte die Stadtverwaltung die Einheiten auf maximal 150 Personen begrenzen, um eine gute Integration in die Nachbarschaft zu ermöglichen.

Aktuelle Infos zu den Standorten finden Sie hier.


Welche Kriterien hat die Stadt bei der Auswahl dieser Standorte angewandt?

Es wurde vor allem nach ungenutzten Grundstücken, Freiflächen oder Parkplätzen gesucht, die im Besitz der Stadt und schnell verfügbar sind. Zudem sollte eine Anbindung an das Leben im Stadtteil gegeben sein, um gute Rahmenbedingungen für eine rasche Integration der Menschen zu schaffen.


Was wird an den einzelnen Standorten genau errichtet?

Die Standorte werden Zug um Zug realisiert, so dass noch nicht für jeden Standort die endgültigen Detailplanungen vorliegen. Die meisten Standorte sollen nur vorübergehend genutzt werden, das heißt 2 bis 3 Jahre. Daher entstehen dort Pavillons, die sich ohne Eingriffe in die Umgebung wieder zurückbauen lassen. Nur an den Standorten an denen perspektivisch eine langfristige Wohnnutzung möglich ist, wenn diese nicht mehr für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt werden, entstehen Wohngebäude in Massivbauweise.


Sind die geplanten Unterkünfte an den 14 Standorten baurechtlich zulässig?

Ja. Der Bundestag hat im Jahr 2014/2015 weitreichende Änderungen des Baugesetzbuchs beschlossen. Über Befreiungen, Ausnahmen und neue gesetzliche Tatbestände wird die Genehmigung von Vorhaben zur Unterbringung von Flüchtlingen deutlich erleichtert. Für die Errichtung oder Erweiterung von Flüchtlingsunterkünften werden demnach Gründe des Allgemeinwohls angenommen. Damit ist eine Befreiung von den Festsetzungen eines Bebauungsplans zu erreichen. Das besondere öffentliche Interesse an der Schaffung solcher Anlagen wird herausgestellt. So sind Vorhaben zur Unterbringung von Flüchtlingen unter auch in Gewerbegebieten unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Sie können dort als Anlagen für soziale Zwecke als Ausnahme zugelassen werden. Auch die Errichtung mobiler Unterkünfte für längstens drei Jahre ist demnach genehmigungsfähig. 


Wie erfahren die Bürger, was in ihrem Stadtteil entsteht?

Die Stadt Heidelberg hat vor Baubeginn der einzelnen Unterkünfte im jeweiligen Stadtteil in einer öffentlichen Sitzung des Bezirksbeirates über die geplanten Vorhaben informiert bzw. wird vor Baubeginn informieren. Zusätzlich gibt es Informationen unter www.heidelberg.de und im Stadtblatt.


Mit welchen Einschränkungen müssen Anwohner der 14 Standorte rechnen?

Die Stadt wird in jedem Einzelfall darauf hinwirken, Belastungen für das unmittelbare Umfeld zu minimieren oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass beispielsweise Parkplätze wegfallen oder Freiflächen nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen.


Warum hält die Stadt am Bau der Flüchtlingsunterkünfte fest, obwohl die Zahl der Flüchtlinge doch stark zurückgegangen ist?

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, kann sich innerhalb kürzester Zeit erheblich ändern. Auf diese Situation möchte die Stadt vorbereitet sein, um Notunterkünfte in Turnhallen zu vermeiden. 

Außerdem müssen die Kommunen zum 1. Januar 2018 die  Wohn- und Schlafflächen in Flüchtlingsunterkünften von 4,5 auf 7 Quadratmeter  erhöhen. Die Anpassung wurde im Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) beschlossen, wegen der hohen Zuweisungen von Flüchtlingen aber bis 31. Dezember 2017 ausgesetzt. Ab 1. Januar 2018 können die Kommunen also bei gleich bleibender Unterkunftsgröße rund ein Drittel weniger Menschen unterbringen als bisher. Alleine aus diesem Grund ist es dringend geboten, zusätzlichen Wohnraum für Menschen auf der Flucht zu schaffen.


Wer sorgt für die Sicherheit rund um die Flüchtlingsunterkünfte?

Grundsätzlich natürlich die Polizei. Bereits heute hat die Stadt Heidelberg aber auch eine Rund-um-die-Uhr-Rufbereitschaft ihres sozialen Dienstes sichergestellt und kooperiert  dabei eng mit der Polizei. Die Stadt  hat zudem ein Sicherheitsunternehmen beauftragt, das in und um die Flüchtlingsunterkünfte eingesetzt wird. Die geplante Aufstockung des kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) wurde bereits umgesetzt. Außerdem sollen an jedem der 14 Standorte ein fester Sozialarbeiter und ein Hausmeister arbeiten. Die Stadt möchte ein enges Betreuungs- und Sicherheitsnetz knüpfen. Die Devise lautet: Wir kümmern uns um die Menschen. Aber wir kontrollieren auch, dass sich jeder an die Grundregeln unserer Gemeinschaft hält.


Wer betreut die Flüchtlinge in Heidelberg?

Das Amt für Soziales und Senioren der Stadt Heideberg gemeinsam mit dem Asylarbeitskreis, der Caritas, dem Diakonischen Werk und dem Deutschen Roten Kreuz.

Darüber hinaus engagieren sich viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und Organisationen, Vereine, Firmen und weitere Einrichtungen in den Stadtteilen für Flüchtlinge in Heidelberg.


Was ist das Integrationskonzept der Stadt?

Mit dem Konzept der dezentralen Unterbringung sind die besten Voraussetzungen für Integration und damit für ein gutes und respektvolles Miteinander gegeben. Drei zentrale Punkte sind für eine gelingende Integration entscheidend: Spracherwerb, Schul- und Berufsausbildung und die Möglichkeit zur sozialen Teilhabe.

Umgesetzt bzw. noch geplant sind unter anderem: Ein Sprachkurszentrum der Volkshochschule, intensive Sprachförderung in Vorbereitungsklassen und Neuanschaffung von Lernmaterialien für die städtischen Flüchtlingsunterkünfte und die Stadtbücherei, Kurse zur Vorbereitung auf Ausbildung und Patenschaftsprogramme sowie gemeinsame Aktionen mit Sportvereinen, Schulen, Kindergärten und Kirchengemeinden.


Bleiben die Flüchtlinge in der kommunalen Unterbringung länger oder gibt es ein Kommen und Gehen?

Die Menschen in der kommunalen Unterbringung leben in Heidelberg zumindest so lange, bis über ihren Asylantrag entschieden wurde. 


Wovon leben die Flüchtlinge in Heidelberg?

Alle Flüchtlinge haben Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. 


Wie werden Kinder und Jugendliche untergebracht, die ohne Begleitung ihrer Eltern oder Familienangehörige nach Heidelberg kommen?

Unbegleitete minderjährige Ausländer sind in besonderer Weise schutzbedürftig. Sie sind deshalb von den Jugendämtern im ganzen Land in Obhut zu nehmen. Derzeit betreut das Kinder- und Jugendamt Heidelberg rund 120 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Sie kommen überwiegend aus Afghanistan und Syrien. Ein Großteil ist zwischen 15 und 17 Jahre alt. Die Jugendlichen leben in der Regel in Heimen oder betreuten Wohnformen, im Einzelfall ist eine Unterbringung in Pflegefamilien vorgesehen. Auch das Heidelberger Kinder- und Jugendamt muss bei den steigenden Zugangszahlen mit mehr Kindern und Jugendlichen in diesem Bereich rechnen.


Ich möchte mich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. Wie kann ich Flüchtlinge unterstützen?

Wer Flüchtlingen helfen möchte, findet auf der Seite www.heidelberg-fluechtlinge.de die wichtigsten Angebote.


Wer beantwortet Fragen zum Thema Flüchtlinge in Heidelberg?

Der Bürgerservice der Stadt Heidelberg hilft Ihnen gerne weiter, Telefon 06221 58-10580 oder E-Mail buergerservice@heidelberg.de