Aufschlag für Heidelbergs neue Beachhalle auf dem Hospital-Areal
Sport, Nachhaltigkeit und Denkmalschutz vereint
Der Aufschlag ist gemacht: Mit der Eröffnung der neuen Beachhalle auf dem Hospital-Areal in Rohrbach bekommt der Beachvolleyball in Heidelberg eine Heimat, die ganzjährig im Zeichen des Sports steht. Auf drei Feldern können Volleyballerinnen und Volleyballer auf Turniersand trainieren und Spiele austragen – unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Das historische Gebäude aus den 1930er Jahren – eine ehemalige Exerzierhalle, die später von der US Army als Sporthalle genutzt wurde – hat die Stadt Heidelberg in rund zweijähriger Bauzeit saniert und für die neue Nutzung umgebaut. Das Land Baden-Württemberg fördert die neue Halle mit rund 1,9 Millionen Euro und übernimmt damit einen wesentlichen Anteil (rund 63 Prozent) der Investitionskosten. Die Mittel ermöglichten insbesondere die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen und schufen damit die Grundlage für die Umsetzung dieses für Heidelberg einmaligen Projekts. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund drei Millionen Euro
Der Trägerverein Beachverein Heidelberg 2022 e. V., zusammengesetzt aus Heidelberger Sportvereinen und Einzelpersonen, übernimmt künftig die Koordination und den Betrieb der neuen Halle. Zunächst startet ein interner Testbetrieb der Vereine. Ab September 2026 soll die Beachhalle, die auch für Beach-Rugby, -Soccer, -Handball und Beachminton genutzt werden kann, für weitere Sportbegeisterte offenstehen, die Mitglied im Beachverein sind oder noch werden möchten. Die Anlage steht zudem auch dem Schulsport zur Verfügung. Bei der Eröffnungsfeier am Donnerstag, 11. Juni 2026, haben die Stadt Heidelberg und Architekt Florian Raimund von AAg Architekten die Schlüssel an den Trägerverein überreicht. Im Anschluss lud der Verein zu einem „Abend der offenen Halle“ mit Führungen durch das Gebäude sowie Informationen zu Nutzung und Mitgliedschaft ein.
„Oberbürgermeister Würzner: „Ein echter Gewinn für Heidelberg“
„Die neue Beachhalle ist ein echter Gewinn für Heidelberg: Das Beachfeeling wird künftig das ganze Jahr über in dieser besonderen Halle erlebbar sein. Diese steht für moderne, innovative Sportangebote und passt perfekt zum neu entwickelten Hospital-Areal. Hier entsteht ein lebendiger Anlaufpunkt für alle Altersklassen – ein Ort für Bewegung, Begegnung und gemeinsames Erleben. Die Beachhalle wird das Quartier spürbar bereichern und mit neuem Leben füllen. Darüber freue ich mich außerordentlich“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner.
„Mit der Beachhalle ist es gelungen, ein Stück Stadtgeschichte zukunftsweisend weiterzuentwickeln. Die ehemalige Exerzierhalle wurde nicht abgerissen, sondern mit viel Kreativität und planerischem Anspruch umgenutzt und so neu belebt. So fügt sich das Projekt hervorragend in die Gesamtentwicklung des Quartiers ein und zeigt, wie nachhaltige Stadtentwicklung im Bestand gelingen kann – ressourcenschonend, identitätsstiftend und mit einem klaren Mehrwert für die Stadt“, erklärte Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck.
„Wir danken der Stadt Heidelberg und dem Land Baden-Württemberg für die großzügige Förderung für den Beachsport. Die Idee der Halle kam schon vor über zehn Jahren von Vera Cornelius auf, die gemeinsam mit der Stadt das Heidelberger Beachvolleyballfeld am Neckar initiiert hatte. Mittlerweile sind in unserem Beachverein viele Ehrenamtliche aktiv, die die Vision einer Beachhalle tatkräftig und langfristig mit umgesetzt haben. Wir freuen uns auf den ersten internen Testlauf in den nächsten acht Wochen und öffnen die Halle für alle neuen Mitglieder ab September“, sagt Bernd Behler, Vorsitzender des Beachvereins Heidelberg 2022 e. V. und Vizepräsident des Nordbadischen Volleyballverbands (NVV).
Das bietet die neue Halle
Das Hochbauamt der Stadt Heidelberg hat die 46 mal 21 Meter große Halle saniert und für die Nutzung ertüchtigt. Neben drei Spielfeldern entstanden so Umkleiden, Sanitärbereiche sowie Flächen für Vereins- und Techniknutzungen. Notwendige Einbauten wurden als eigenständige Module innerhalb des Hallenraums umgesetzt. Bei den verwendeten Modulen handelt es sich um weitergenutzte sogenannte „One-Way-Container“. Sie bleiben also grundsätzlich reversibel und sind als zeitgenössische Ergänzung ablesbar. Ziel war es, die Eingriffe in die denkmalgeschützte Gebäudestruktur möglichst gering zu halten und die ursprüngliche Raumwirkung der ehemaligen Exerzierhalle zu bewahren.
Ein besonderes Merkmal der Beachhalle ist das energetische Konzept: die Halle wird als sogenannte Kalthalle betrieben und kommt daher ohne klassische Hallenheizung aus. Durch die Gebäudehülle und den geschützten Innenraum bietet sie aber dennoch in der kalten Jahreszeit deutlich höhere Temperaturen als im Freien. So entsteht ein authentisches Beachfeeling in einem nahezu unveränderten historischen Gebäude, das fast keine Energie verbraucht.
Ein „umgedrehter Schiffskörper“ als Decke
Das Gebäude auf der ehemaligen Konversionsfläche Hospital-Areal ist durch seine markante Dachkonstruktion, das an einen umgedrehten Schiffskörper erinnert, geprägt. Die historischen Holzsprossenfenster und die Fassadenstruktur blieben erhalten. Große Bereiche der Halle stehen unter Denkmalschutz. Im Zuge der Sanierung zeigte sich, dass sowohl die Dachdeckung als auch Teile der tragenden Struktur, insbesondere im Bereich der Strebepfeiler, umfangreichere Schäden aufwiesen als zunächst angenommen. Das historische Schieferdach wurde daraufhin erneuert und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Zum Einsatz kamen sogenannte Full-Black-Module, die sich unauffällig einfügen und den historischen Charakter des Gebäudes bewahren. Die Anlage wurde von den Stadtwerken Heidelberg installiert und wird von diesen betrieben.
Beachverein übernimmt Hallenbetrieb
Der Trägerverein Beachverein Heidelberg 2022 e. V. übernimmt künftig den Betrieb und die Organisation der Beachhalle. Er vertritt die Interessen der Heidelberger Sportvereine im Bereich Beachsport und bindet auch freie Gruppen sowie den Stadtteil aktiv ein. Ab September 2026 können die Spielfelder über das Online Buchungsformular Active Court auf der Webseite des Vereins (beachhalle-heidelberg.de) reserviert werden. Die Halle ist täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Die Nutzung steht Vereinsmitgliedern sowie angemeldeten Gruppen offen.
Die Platzmiete beträgt 24 Euro pro Stunde, für Mitglieder des Beachvereins gilt ein ermäßigter Tarif (12 Euro). Wer Mitglied werden will, findet bereits jetzt das Anmelde- und Buchungsformular auf der Webseite.
Weitere Infos im Internet unter beachhalle.active-court.com.


